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28-12-2022 by Christoph Maile

So setzt du als freiberufliche:r Berater:in ganz einfach deine Versicherungen steuerlich ab

Du bist im selbstständige:r Berater:in und fragst dich, wie du deine Berufshaftpflichtversicherungen von der Steuer absetzen kannst? Wir erklären dir hier, wie’s geht!

Als Berater:in bist du auf einen umfassenden Versicherungsschutz angewiesen. Eine wichtige Rolle spielt die Berufshaftpflichtversicherung, um dich gegen Ansprüche Dritter wegen reiner Vermögensschäden zu versichern. Doch kannst du diese Versicherungen von der Steuer absetzen und bares Geld zurückbekommen? Das erfährst du hier.

In beratenden Berufen, egal ob du als Unternehmensberater:in, Versicherungsberater:in oder in ähnlichen Tätigkeiten beschäftigt bist, ist eine Berufshaftpflichtversicherung ein absolutes Muss. Sie sichert dich bei Schadensersatzforderungen bei reinen Vermögensschäden, die von dir verursacht wurden. Hier erweist es sich als echter Vorteil, dass du deine Beiträge zu dieser und vielen anderen Berater:innen-Versicherungen von der Steuer absetzen kannst. Wir zeigen dir, wie du auf diese Weise einiges an Geld zurückbekommst. 

Kann ich als Berater:in die Berufshaftpflichtversicherung steuerlich absetzen?

Unsere ganz klare Antwort: Ja, wenn du freiberuflich tätig bist, funktioniert das ohne Probleme. Die Beiträge zur Berufshaftpflicht lassen sich als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen. Das gilt neben den Freiberuflerinnen und Freiberuflern auch für Selbstständige und Unternehmer:innen. 

Achtung: Hier musst du beim Thema Steuern aufpassen

Sprechen wir von Steuern, so musst du zwischen der Versicherungssteuer und der Vorsteuer, auch Umsatzsteuer genannt, unterscheiden. 

  • Die Versicherungssteuer: Diese wird auf Versicherungsbeiträge erhoben. Sie kann als Betriebsausgabe steuerlich geltend gemacht werden.

  • Die Vorsteuer: Diese wird auch Umsatzsteuer genannt und wird dir als Unternehmer:in in Rechnungen gestellt. Die Vorsteuer kannst du beim Finanzamt zurückfordern.

In welcher Höhe kann ich die gezahlten Beiträge absetzen?

Die Absetzung als Betriebsausgaben ist lohnenswert, weil du sie in voller Höhe vornehmen kannst. Du kürzt also deine Bemessungsgrundlage für die Steuer um die Beiträge, die du in einem Jahr für deine Berufshaftpflichtversicherung zahlen musst. Die Berufshaftpflicht ist also eine gute Gelegenheit, um dein zu besteuerndes Einkommen zu verringern – und dich noch dazu bestens vor Schadensfällen abzusichern. 

Welche Unterlagen brauchst du für das Absetzen?

Die steuerliche Absetzung der Beiträge zur Berufshaftpflichtversicherung ist für dich als Berater:in auch deshalb eine gute Idee, weil der Aufwand dafür erfreulich gering ausfällt. Statt umfangreiche Mappen voller Unterlagen zusammenzustellen, legst du deinem Finanzamt einfach die Rechnung deines Versicherungsschutzes vor. 

Good to know: Solltest du deine Rechnung von Insify verlegt haben, dann kannst du sie bei uns online einfach nochmal herunterladen.

Welche weiteren Versicherungen kannst du als Berater:in von der Steuer absetzen?

Wir haben noch mehr gute Nachrichten: Die Berufshaftpflicht ist bei Weitem nicht die einzige Berater:innen-Versicherung, bei der du dir Geld zurückholen kannst. Es sind weitere berufliche Versicherungen von der Steuer absetzbar und bieten dir damit zusätzliches Einsparpotenzial. 

Betriebshaftpflichtversicherung

Mit der Betriebshaftpflicht deckst du deine betrieblichen Risiken ab. Dazu gehören die Ansprüche, die Dritte wegen Personen- und Sachschäden gegen dich richten. Auch bei dieser Versicherung hast du die Möglichkeit, die Beiträge in ihrer gesamten Höhe als Betriebsausgaben abzusetzen.

Kranken- und Pflegeversicherung

Die Beiträge zu deiner gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung kannst du ebenso wie die Pflegeversicherungsbeiträge von der Steuer absetzen. Hierbei handelt es sich um sogenannte Vorsorgeaufwendungen. Während sonst eine Höchstgrenze zu beachten ist, sind die Kranken- und Pflegeversicherung in unbegrenzter Höhe absetzbar.

Es gibt jedoch dennoch eine kleine Einschränkung: Überschreitest du die Höchstgrenze von 2.800 Euro pro Kalenderjahr bei Selbstständigen, kannst du darüber hinaus dann allerdings keine weiteren Versicherungen berücksichtigen lassen. Der Rahmen ist dann bereits voll ausgeschöpft.

Welche Vorteile bietet die private Krankenversicherung (PKV)? 

Lässt du dich mit der PKV versichern, hast du nicht nur eine bessere Absicherung im Krankheitsfall, sondern profitierst auch von Vorteilen, wenn es um das Absetzen der Steuern geht. 

Die Beiträge kannst du zwar nicht in voller Höhe absetzen, sondern nur den Vergleichsanteil zur gesetzlichen Krankenversicherung. Dennoch hast du bei der Privatversicherung die Möglichkeit, die nicht von der Versicherung übernommenen Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastung abzusetzen. 

Berufsunfähigkeitsversicherung

Als sonstige Aufwendungen kannst du auch deine Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung als Sonderausgaben steuermindernd berücksichtigen lassen. Auch hier gilt es wieder die Höchstgrenze von 2.800 Euro zu beachten. 

Was ist die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)? 

Kannst du deinen Beruf wegen einer Krankheit oder eines Unfalls nicht mehr ausüben, schützt dich die Berufsunfähigkeitsversicherung vor den finanziellen Folgen. Dafür zahlt dir die Versicherung eine Art monatliche Rente, um deine Verdienstausfälle zu kompensieren.

Rürup

Während der Ansparphase hast du die Möglichkeit, deine Beiträge zur Rürup-Rente als Sonderausgaben von der Steuer abzusetzen. Dafür unterliegen die später ausgezahlten Beträge jedoch der Besteuerung. Das funktioniert also ähnlich wie bei der gesetzlichen Rente. 

Die Geltendmachung ist nur bis zu einem Höchstbetrag möglich, der aktuell bei 25.639 Euro liegt. Davon lassen sich dann im Jahr 2022 maximal 94 Prozent absetzen. Dieser Prozentsatz steigt aber in den nächsten Jahren noch an -und zwar um zwei Prozent pro Jahr bis 2025. Dann ist die volle Absetzbarkeit erreicht.

Was ist die Rürup-Rente?

Bei der auch als Basis-Rente bezeichneten Rürup-Rente handelt es sich um eine private Rentenversicherung mit staatlicher Förderung. Für Freiberufler:innen dient die Rürup-Rente als Ersatz für die gesetzliche Rente. 

Die Auszahlung während des Rentenalters erfolgt - genau wie bei einer herkömmlichen Rente - monatlich. Du kannst also nicht alles auf einmal einheimsen. Grundsätzlich gilt: Je mehr du verdienst, desto lohnenswerter ist dieses Vorsorgemodell für dich.

Rechnungsbeispiel: So viel Geld bekommst du von der Steuer wieder

Du möchtest gerne wissen, wie viel Geld du durch das Absetzen der Versicherungsbeiträge von der Steuer sparen kannst? Das hängt davon ab, wie viel du für deine Berater:innen-Versicherung ausgibst und welcher Steuersatz bei dir zur Anwendung kommt. Zur Veranschaulichung findest du hier einige Beispielrechnungen zu den wichtigsten Versicherungen:

Berufshaftpflichtversicherung

Wir gehen im Rechenbeispiel von einem monatlichen Beitrag in Höhe von 30 Euro aus, also einem Jahresbeitrag von 360 Euro.

Diese Ausgaben trägst du in der Einnahmenüberschussrechnung in der Zeile für die Betriebsausgaben ein. Dein zu versteuerndes Einkommen würde sich also in diesem Jahr um 360 Euro reduzieren. Gehen wir von einem Steuersatz von 40 Prozent aus, ergibt sich folgende Ersparnis:

Steuerersparnis = 360 Euro x 40 Prozent = 144 Euro

Beispiel: Private Krankenversicherung

Du zahlst im Laufe eines Jahres beispielsweise 6.000 Euro, also 500 Euro pro Monat, an Beiträgen.

In diesem Fall ist wiederum eine Ansetzung als Vorsorgeaufwendungen möglich. Entscheidend ist, dass dein Finanzamt nur den Teil an Beiträgen anerkennt, der für die Absicherung von Leistungen auf einem Niveau angefallen ist, das dem der gesetzlichen Krankenversicherung entspricht. Mehrleistungen gehören nicht dazu.

Gehen wir davon aus, dass du die Mehrleistung Chefarzt oder Zweibettzimmer bezahlst, ergibt sich folgende Rechnung:

Abzugsbetrag: (9,24 Punkte Mehrleistung) / (54,6 Punkte Ambulanter Basisschutz + 15,11 Punkte Stationärer Basisschutz + 9,88 Punkte Zahnärztlicher Basisschutz) x 500 Euro Prämie = 58 Euro

Absetzbarer Monatsbeitrag: 500 Euro – 58 Euro = 442 Euro

Jahresbeitrag zur Krankenversicherung: 5.304 Euro

Absetzung in der Steuererklärung als sonstige Vorsorgeaufwendungen: 5.304 Euro

Steuerersparnis = 5.304 Euro x 40 Prozent persönlicher Einkommenssteuersatz = 2.121,60 Euro

Beispiel: Berufsunfähigkeitsversicherung

Du zahlst in einem Jahr zum Beispiel 360 Euro (12 x 30 Euro) Beiträge für deine Berufsunfähigkeitsversicherung? Hierbei handelt es sich für dich um sonstige Aufwendungen, bei denen wieder eine Höchstgrenze von 2.800 Euro gilt. Du kannst mit dieser Steuerersparnis rechnen:

Jahresbeitrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung: 360 Euro

Ansetzung in der Steuererklärung als sonstige Aufwendungen: 360 Euro

Steuerersparnis = 360 Euro x 40 Prozent persönlicher Einkommenssteuersatz = 144 Euro

Beispiel:  Rürup

Verdienst du zum Beispiel 60.000 Euro im Jahre 2022, dann liegt deineGrenzbelastung bei 42 Prozent. Wenn du 5.000 Euro in eine Rürup einzahlst, kannst du dein zu versteuerndes Einkommen um 4.700 Euro reduzieren. Die Grenzbelastung fällt dadurch auf 40,52 Prozent.

Die Insify-Checkliste zu steuerlich absetzbaren Versicherungen 

  • Berufshaftpflichtversicherung

  • Angabe als Betriebsausgabe

  • in voller Höhe absetzbar

  • Betriebshaftpflichtversicherung

  • Angabe als Betriebsausgabe

  • in voller Höhe absetzbar

  • Private Krankenversicherung

  • Angabe als Sonderausgabe

  • Vergleichsteil zur gesetzlichen Krankenversicherung absetzbar

  • Berufsunfähigkeitsversicherung

  • Angabe als Sonderausgabe

  • zum Teil absetzbar

  • Rürup

    • Angabe als Sonderausgabe

    • 94 Prozent im Jahr 2022 absetzbar

    • ab dem Jahr 2025 in voller Höhe absetzbar

Setze deine Versicherungen jetzt steuerlich ab

Deine Berater:innen-Versicherungen sind also nicht nur ein unumgänglicher Versicherungsschutz, sondern auch einfach von der Steuer abzusetzen. Sie bieten dir viele Möglichkeiten, durch die du dein zu versteuerndes Einkommen reduzieren kannst. Das funktioniert neben der Berufshaftpflichtversicherung mit vielen weiteren Versicherungsarten wie der Krankenversicherung oder deinen Beiträgen zur Rürup-Rente. Hier solltest du kein Potenzial ungenutzt lassen.

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